{"id":2883,"date":"2018-10-03T18:06:58","date_gmt":"2018-10-03T16:06:58","guid":{"rendered":"http:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/?p=2883"},"modified":"2019-02-14T14:32:31","modified_gmt":"2019-02-14T13:32:31","slug":"heimfahrt-letztes-kapitel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/heimfahrt-letztes-kapitel\/","title":{"rendered":"OKT &#8217;18 &#8222;Der Gro\u00dfe Sprung nach vorn&#8220;"},"content":{"rendered":"<h3>Die letzten s\u00fcdschwedischen H\u00e4fen und der &#8222;Gro\u00dfe Sprung nach vorn&#8220;<\/h3>\n<p>Liebe Freunde des Blogs!,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hammer Havn\/Bornholm, den 3.X.2018<\/p>\n<p>Seit Kalmar ist Tabea an Bord. Erleichterung, nicht mehr allein segeln zu m\u00fcssen. So werden die letzten Tage an Bord vergn\u00fcglicher und sind nicht nur ein Der-K\u00e4lte-Trotzen. Gepr\u00e4gt werden diese Oktobertage von dem Vorgef\u00fchl, der inneren und \u00e4u\u00dferen Vorbereitung auf den Absprung nach Deutschland. Die beiden gro\u00dfen \u00dcberfahrten Utklippan-Bornholm, Bornholm &#8211; R\u00fcgen sollten spannender werden, als noch angenehm ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2889\" aria-describedby=\"caption-attachment-2889\" style=\"width: 2560px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2889 size-full\" src=\"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/klein-2018-09-28-Kalmarsund.jpg\" width=\"2560\" height=\"1920\" srcset=\"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/klein-2018-09-28-Kalmarsund.jpg 2560w, https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/klein-2018-09-28-Kalmarsund-150x113.jpg 150w, https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/klein-2018-09-28-Kalmarsund-300x225.jpg 300w, https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/klein-2018-09-28-Kalmarsund-1500x1125.jpg 1500w, https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/klein-2018-09-28-Kalmarsund-1200x900.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2889\" class=\"wp-caption-text\">Tabea hart am Wind am 28. September, im Kalmarsund<\/figcaption><\/figure>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Eingeweht im Hammerhavn\" width=\"525\" height=\"295\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/htCrTeu0kpI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<h3>7.9.2018 von Borgholm nach Kalmar,<br \/>\nEtmal 27 sm<\/h3>\n<p>Trotz heftigen Windes segle ich nach Kalmar, wo ich um 23 h Tabea vom Bahnhof abhole. Die Ausfahrt aus dem Borgholmer Hafen gegen den Wind fordert 1 Stunde f\u00fcr 1 Seemeile. Mit schwachen 35 PS kommt der Motor kaum an gegen Wind und Welle. Oft bleibt das Boot an der Stelle oder wird r\u00fcckw\u00e4rts geschoben &#8211; selbstverst\u00e4ndlich gerade in der Hafenausfahrt.<\/p>\n<h3>28.9. Kalmar &#8211; Kristianopel,<br \/>\nEtmal 32 sm<\/h3>\n<p>Achterlicher, dann raumer Wind mit bis 4 1\/2\u00a0 bft bei blauem Himmel. Wir sausen an M\u00f6rbylonga und Bergkvara vorbei, die wir vergangenes Jahr wegen unentwegten Kreuzens beide aufsuchen mu\u00dften. Tabeas erster richtiger Segelt\u00f6rn ist ein gelungener Tag. Uns begleiten Trupps von Gryllteisten und Kr\u00e4henscharben nach S\u00fcden. Abends in der Bucht von Kristianopel f\u00e4llt eine Truppe Kraniche ein zum Nachtlager. Wie wir auf dem Weg nach S\u00fcden.<\/p>\n<h3>29.9. Kristianopel &#8211; Utklippan,<br \/>\nEtmal 36<\/h3>\n<p>Gemeinsames Ablegen mit den Kranichen. Einige wenige Schl\u00e4ge sind n\u00f6tig und verl\u00e4ngern wie \u00fcblich den an sich kurzen Weg. Strahlend blauer Himmel. Abschied vom schwedischen Festland.<\/p>\n<h3>30.9. eingeweht auf Utklippan<\/h3>\n<p>Es pustet seit der Nacht und erst als es nach 36 Stunden ruhiger wird, h\u00f6ren wir das Heulen der letzten Seehundjungen von den Klippen.<\/p>\n<h3>1.10.2018 von Utklippan zum Hammer Havn<br \/>\nauf Bornholm\/D\u00e4nemark<br \/>\nEtmal 55 sm<\/h3>\n<p>Morgens zu wenig Wind &#8211; wir nehmen den Motor zuhilfe, um heute noch anzukommen. Ab mittags 3, dann 4 bft, allerdings krempend dr\u00e4ngt er uns vom Ziel ab, soda\u00df wir 1 Schlag kreuzen, und dann gegen 22 h Hammer Havn erreichen.<\/p>\n<p>Die letzten 3 Stunden im Dunkeln bringen Sterne, wei\u00df fluoreszierenden Schaum auf schwarzem Wasser. Die Leitfeuer Nordbornholms. Toll das. Mein zweiter Nachtt\u00f6rn meiner jungen Segelkarriere.<\/p>\n<p>Hammer Havn hat wegen hohen Seegangs sein Leitlicht abgeschaltet. Wir irren vor der Hafeneinfahrt herum. Sie ist umgebaut worden, was im Garmin nicht erkennbar ist. Allein weil ich mit der starken Feuerwehrleuchte kontrolliere, finde ich die Einfahrt. Es ist kriminell, einem Hafen das Leitfeuer abzudrehen, wenn man wegen Seegangs keine Ansteuerungen m\u00f6chte. Tabea war es seit Stunden zu kalt. Bis Hasle h\u00e4tt sie nur mit M\u00fche durchgehalten.<\/p>\n<h3>2.10. eingeweht im Hammer Havn\/Bornholm<\/h3>\n<p>Wanderung durch den Trollwald auf die Burg. Und nachts dann das unverge\u00dfliche Abenteuer. Bei 9 bft krachen Wellen \u00fcber die Hafenmole, prasseln aufs Boot. Wellen st\u00fcrmen durch den Hafen. Die Rosebud, zu locker vert\u00e4ut, ruckt 2 Leinen zuschanden. Gegen Mitternacht habe ich alle Leinen verdoppelt, die letzte zieht mich beim Dichtholen ins Wasser. Tabea schl\u00e4ft, keiner h\u00f6rt mich. Als ich mit dem Kopf wieder aus dem Wasser auftauche, schwimme ich an die Kaimauer. Zu hoch. Ich schwimme in meiner vollen Montur mit Schuhen an den F\u00fc\u00dfen weg von der Mauer. Ums Boot. Die Badeleiter der Rosebud ist die Rettung. Mit dem Gewicht der schweren nassen Kleider ziehe ich mich hoch. Die Leiter \u00e4chzt. Schwach schien sie mir schon l\u00e4nger. Triefend mache ich die letzte Leine fest. Dann runter in den Salon. Jetzt beginnt das gro\u00dfe Zittern. Ich wecke Tabea. Sie macht mir zwei Milch mit Honig und zween W\u00e4rmflaschen und ich falle wieder ins Bett, wo ich herkam. Noch 3\u00a0 Male mu\u00df ich raus, die Leinen dichter holen, kontrollieren. Halb vier verabschieden wir uns in unsere Kojen. Alls nochmal jutjejange.<\/p>\n<h3>3.10. eingeweht im Hammer Havn\/Bornholm<\/h3>\n<p>Schock verarbeiten. Bin niedergeschlagen bis zu unf\u00e4hig, aufzustehen. Doch kein Stehaufm\u00e4nnle. Aufstehen erst fr\u00fchnachmittags. Dann erste Lebensregungen. Erster Wille, weiterzumachen. Gut, nicht allein auf dem Boot zu sein, ej. Danke Tabea.<br \/>\nTabea erkundet auf 3-st\u00fcndigem Spaziergang mit Jamie Feld und Wald und Wiesen.<\/p>\n<h3>4.10.2018 eingeweht im Hammer Havn\/Bornholm<\/h3>\n<p>Tabea macht einen 2-st\u00fcndigen Spaziergang zur Huk.<br \/>\nMeine Lebensgeister kehren lamsam zur\u00fcck. Suche bereits nach dem geeigneten Tag, das Boot nach R\u00f6nne im S\u00fcden zu verlegen. Von dort ist der &#8222;Gro\u00dfe Sprung nach vorn&#8220; nurmehr 49 sm anstatt der 60 sm vom Hammer Havn.<\/p>\n<h3>5.10.2018 eingeweht in Hammer Havn<\/h3>\n<h3>6.10.2018 von Hammer Havn nach R\u00f8nne\/Bornholm\/D\u00e4nemark<br \/>\nEtmal 20 sm<\/h3>\n<p>Obgleich wir kreuzen m\u00fcssen und der Weg dadurch sehr lang wird, freuen wir uns, nun 51 statt 62 sm bis Sassnitz vor uns zu haben.<\/p>\n<h3>6.Oktober 2018 von R\u00f8nne nach Sassnitz<br \/>\nEtmal 51 sm in 9 Stunden<\/h3>\n<p>0630 h GZ: 0 Beaufort, Regen setzt ein.<br \/>\nAusfahrt aus dem Hafen im Kielwasser der F\u00e4hre R\u00f8nne-Ystad bei spiegelglatter See.<br \/>\n0730 h: es beginnt zu pusten, Seegang 0,3 m<br \/>\n0735 h: 5 bft, Seegang 2m<br \/>\n0745 h: \u00fcber 7 bft. Seegang \u00fcber 4 m.<br \/>\n1000 h: 5 bft, Welle 4 m<br \/>\n1430 h: Huk an der Stubbenkammer, Welle 1,5 m, 4 bft.<\/p>\n<p>Der Wind ist kein Thema. Das Gro\u00df dreimal gerefft, die Fock einmal, der Kl\u00fcver bleibt drinne. Alles gut.<br \/>\nEs sind die Wellen von raumschots. Jede 24. kommt zu dritt: Drei Gro\u00dfe Schwestern. Die halten mich all die Stunden am Steuer warm. Die erste Schwester legt mich oft quer nach Luv, die zweite l\u00e4\u00dft mich dann kr\u00e4ngen nach Lee, die dritte gibt mir den Rest, l\u00e4\u00dft die Rosebud Wasser sch\u00f6pfen im Lee. Hei\u00dft: Wasser in der Plicht. Nicht alles Wasser l\u00e4uft brav ab; die Abl\u00e4ufe sind voller Hundehaare. Beim Ausgie\u00dfen der randvollen Stiefel l\u00e4uft das Wasser auch mal hoch in den Schritt. Und wieso tummeln sich auf dem Salonteppich der Rothmaler (Exkursionsflora. Atlasband!) und paar E-ger\u00e4te in m\u00e4hlich steigendem Ballastwasser? Weil das Schlingern des Bootes Waschmaschine spielt in den Schapps mit Kerzen, Weinflaschen, Gem\u00fcsedosen. Wobei ein Plastikbeutelchen mit schwedischem Schwarzbrot bis zum Ansaugstutzen der Bilgepumpe findet und Plopp! in dessen Eingang verbleibt. In der Plicht am andren Ende der Bilgepumpe sitze ich mit allen H\u00e4nden am Steuer und wundre mich und sorge mich: wieso pumpt die Pumpe nicht mehr? Dieweil das Wasser steigt. Erst im sassnitzer Hafen werde ich das rausbekommen.<\/p>\n<h3>7. Oktober Tabea kehrt heim, Bootsbesichtigung<\/h3>\n<p>Tabea tritt ihre Heimreise an. Das Boot wird ausger\u00e4umt, getrocknet, sogar besichtigt: Istvan und Isabell aus Halle mit Zwillingen Arpad und Bela finden das Boot so sch\u00f6n, da\u00df wir uns zur Besichtigung verabreden. Sie bringen Milchkaffee und Apfelkuchen mit und fragen L\u00f6cher in den Bauch zum Segeln, zum Boot besitzen. Danke liebe Familie Seidel.<\/p>\n<h3>8. Oktober 2018 von Sassnitz nach Freest<br \/>\nEtmal 25 sm<\/h3>\n<p>Absegeln der Saison 2018 bei blauem Himmel und teils 2 teils 4 bf. Im Greifswal\u00f6der Bodden verlegt eine Armada die Nordstream 2. Deren Anschlu\u00dfstelle ist Lubmin, die R\u00f6hren werden von M\u00fchlheim\/Ruhr per Bahn nach Mukran gebracht, dort aufs Wasser verladen (<a href=\"https:\/\/www.nord-stream2.com\/de\/media-info\/neuigkeiten\/nord-stream-2-hat-mehr-als-200-kilometer-pipeline-verlegt-113\/\">Nord Stream 2<\/a>)(<a href=\"https:\/\/www.dailymotion.com\/video\/xccte7\">Nord Stream 1<\/a>)(<a href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/mecklenburg-vorpommern\/weiter-probleme-mit-fettklumpen-an-der-kueste-2732149405.html\">erste Umweltprobleme mit der Pipeline im Bodden zeichnen sich ab<\/a>). Bis November 2018 sind 200 km verlegt worden trotz der Absicht der USA, Firmen, die am Bau der Nordstream 2 beteiligt sind, zu sanktionieren. Im Hafen Freest freundliches Willkommen von Hafenmeister Dirk und Chefin Kirsten Dubs.<\/p>\n<h3>9. bis 13. Oktober Freest, Einwintern<\/h3>\n<p>Wasserflederm\u00e4use trinken im letzten Tageslicht Wasser im Hafen. Kraniche sammeln sich h\u00f6rbar jeden Abend auf den Maisfeldern. Die Tage im H\u00e4felchen zwischen Traditionsbooten und Fischerkuttern genie\u00dfe ich. Eine gute Atmosph\u00e4re. Da war Kr\u00f6slin &#8211; Marina eines arabischen Scheichs und Liegeplatz f\u00fcr 500 Segelboote und 200 eigenen Charteryachten &#8211; ohne eigenen Stil.<\/p>\n<p>Samstagnachmittag kommt mich Philipp abholen nach Berlin. Dort essen wir im arabischen Schnellrestaurant H\u00fchnchenmenue. Kulturschock. Reiz\u00fcberflutung. Multikulti. Eher bikulti.<\/p>\n<p>Sonntagmittag kommt Hannah, holt mich im Wedding bei Philipp ab und \u00fcbernimmt den gr\u00f6\u00dften Teil der Heimfahrt auf der Wahnsinnsautobahn. Sch\u00f6ne Fahrt zu zweit von 1300 bis 2200.<\/p>\n<h3>14. Oktober Heimkumpft in Stupferich<\/h3>\n<p>O ist das gut, wieder dahoim. Mann Frau Hund wiedervereint feiern. Die Rosebud liegt allein im freester H\u00e4felchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzten s\u00fcdschwedischen H\u00e4fen und der &#8222;Gro\u00dfe Sprung nach vorn&#8220; Liebe Freunde des Blogs!,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hammer Havn\/Bornholm, den 3.X.2018 Seit Kalmar ist Tabea an Bord. Erleichterung, nicht mehr allein segeln zu m\u00fcssen. So werden die letzten Tage an Bord vergn\u00fcglicher und sind nicht nur ein Der-K\u00e4lte-Trotzen. 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