{"id":2971,"date":"2018-12-21T15:46:36","date_gmt":"2018-12-21T14:46:36","guid":{"rendered":"http:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/?p=2971"},"modified":"2019-09-17T10:06:06","modified_gmt":"2019-09-17T08:06:06","slug":"dlaeaeselischde-vumm-sommer-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/dlaeaeselischde-vumm-sommer-18\/","title":{"rendered":"d&#8217;L\u00e4\u00e4selischde vumm Sommer 2018"},"content":{"rendered":"<p>Es kann ja nicht nur gesegelt werden. Auch gelesen soll werden. Immer noochm Moddo, ma chaa nit alls l\u00e4se, aber versueche muschs (frei nach Jorge Amado)<\/p>\n<p><strong>Taiphoon, Joseph Conrad<\/strong><br \/>\n<em>man k\u00f6nnte sich allerdings graulen, l\u00e4se man es auf einem Segelboot w\u00e4hrend eines T\u00f6rns &#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong>Die gr\u00e4\u00dfliche Bescherung in der Via Merulana. Carlo Emilio Gadda<\/strong><br \/>\n<em>\u00a0Sprachbaden. Sprachgenu\u00df. Pur.<\/em><\/p>\n<p><strong>Chemie des Todes <\/strong><em>und<\/em><strong> Asche <\/strong><em>und<\/em><strong> The Calling Grave, Simon Beckett<br \/>\n<\/strong><em>Literarisch ohne Belang, Plots gut, Spannung pur<\/em><\/p>\n<p><strong>Der Weltinnenraum des Kapitalismus, Sloterdijk<br \/>\n<\/strong><em>Lese es das zweite Mal. Unglaublich erhellend. Wie der Kapitalismus die Welt erobert. Die Au\u00dfenwelt. Die Innenwelt. Sloterdijk wird untersch\u00e4tzt.<\/em><\/p>\n<p><strong>King Lear, Shakespeare<br \/>\n<\/strong><em>jawoll, der Mensch ist schlecht. Ich sollte meine Waldorf-Erfahrungen in einem Drama verarbeiten: Macht und Verrat in einer Sekte der Bildungsfreien<\/em><\/p>\n<p><strong>Germania, Tacitus<\/strong><br \/>\n<em>Eine Handreichung f\u00fcr den italischen Deutschlandbesucher zur Reisevorbereitung. Ein Genu\u00df, wennauch angeblich der Autor so manchem Vorurteil nachgegeben h\u00e4be.<\/em><br \/>\n&#8222;EXTREMUS CADENTIS IAM SOLIS FULGOR IN ORTUS EDURAT ADEO CLARUS, UT SIDERA HEBETET.&#8220; <em>Kann ich nur best\u00e4tigen, ich sehe seit Monaten keinen Stern funkeln. Selbst jetzt, Wochen nach Mittsommer, ist es mitternachts nicht Nacht, wennauch nicht mehr so zum Lesen hell wie vor 2 Wochen noch.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dubliners, James Joyce<\/strong><br \/>\n<em>Von wegen Stadtluft mache frei. In einer katholischen Stadt Dublin m\u00f6chte ich nicht gelebt haben damals. An Dostojewski erinnerte mich \u201eDie Toten\u201c.<\/em><\/p>\n<p><strong>Das Haus der Harmonie, Barbara Wood<\/strong><br \/>\n<em>Leichteste Kost mu\u00df offenbar sein. Mal. All dies Schwarzwei\u00dfmalen, diese klaren Charaktere, so v\u00f6llig ungebrochen. Die B\u00f6sen, die Guten, die Lieben, die Hassenden.<\/em><\/p>\n<p><strong>Aller Tage Abend, Jenny Erpenbeck<\/strong><br \/>\n<em>Erst so traurig, <\/em><em>melancholisch, dann so sch\u00f6n geschrieben, da\u00df man beginnt, diese Melancholie auszuhalten. Ein wundervolles Buch. Wie perfide k\u00f6nnen Menschen sein? G\u00e4be es keine Juden, wen verfolgten die Menschen dann?<\/em><\/p>\n<p><strong>Roger Willemsen, Wer wir waren<br \/>\n<\/strong><em>ja, ich lese es nach 1 Jahr grad noch einmal wieder. Es ist ein zu guter R\u00fcckblick auf die Fehler meiner Generation.<\/em><\/p>\n<p><strong>William T. Vollmann, Europe Central<\/strong><br \/>\n<em>Leben in Berlin, Leningrad und Moskau. Mehr als nur Biographien von Dmitrij Schostakovich, K\u00e4the Kollwitz, Roman Karmen, Anna Achmatova, Generalfeldmarschall Paulus. Das Leben unter Diktatoren im Kriege.<\/em><\/p>\n<p><strong>H.D. Thoreau, Walden oder das Leben in den W\u00e4ldern<\/strong><em><br \/>\n&#8222;Die wahre Ernte meines Lebens ist etwas so Unbegreifliches und Unbeschreibliches wie die Farben des Morgen- und Abendhimmels. Ein wenig eingefangener Sternenstaub, ein bi\u00dfchen Niederschlag von dem Regenbogen, den ich umklammert hielt &#8211; das ist meine Ernte.&#8220;<br \/>\nVordenker der Naturschutzbewegung und des Sierraclub in den USA. Alles \u00fcberaus aktuell und anregend. Obgleich vor 170 Jahren geschrieben, zu Zeiten unserer 48-er-Revolution. Da lebte er in einer selbstgebauten Blockh\u00fctte in den W\u00e4ldern. Wie Nathaniel &#8222;Natty&#8220; Bumppo, den Lewis und Clarke auf Ihrer Expedition noch gesehen hatten. <\/em><\/p>\n<p><strong>Ernest Hemingway, Erz\u00e4hlungen<br \/>\n<\/strong><em>Erz\u00e4hlungen aus den 1920-ern. Seit 50 Jahren fasziniert mich der Mann. Ich lese zum vielleicht 12. Male: Schnee auf dem Kilimandscharo u.v.a.m. Und endlich verstehe ich: der Kerl ist kein Macho, sondern sucht nach einem neuen Manns-Bild. Und das tut aktuell gar Not. <\/em><\/p>\n<p><strong>Pomponius Mela<\/strong>, De CHOROGRAPHIA LIBRI TRES<br \/>\n<em>schreibt im Winter 43\/44 vor also 1974 Jahren: \u201esuper Albim Codanus ingens sinus magnis parvisque insulis refertus est. Hac re mare quod gremio litorum accipitur nusquam late patet nec usquam mari simile, verum aquis passim interfluentibus ac saepe transgressis vagum atque diffusum facie amnium spargitur; qua litora attingit, ripis contentum insularum non longe distantibus et ubique paene tantundem, it angustum et par fredo, curvansque se subinde longo supercilio inflexum est. in eo sunt Cimbri et Teutoni, ultra ultimi Germaniae Hermiones.\u201c&#8230;<br \/>\n&#8230; Genauso ist es: wo Sch\u00e4ren zahlreich sich ausbreiten, ist das Meer kein eigentliches Meer mehr. Oder umgekehrt greift es als ungeheure Fl\u00e4che weit ins Land hinein. Und da oben segle ich also bei den Hermionen \u2026<\/em><\/p>\n<p><strong>Frank Sch\u00e4tzing<\/strong><em>, Die Tyrannei des Schmetterlings<br \/>\n&#8230; ist spannender als sein lascher Titel. Wiewohl literarisch kein Meisterwerk, erzielt der Plot Spannung genug, da\u00df Raum ist f\u00fcr differenzierte Diskussion. Nach der Manier von Michael Crichton beleuchtet er Sinn und Gefahren von KI (K\u00fcnstliche Intelligenz), l\u00e4\u00dft kein Argument f\u00fcr oder wider aus. Erreicht genausowenig die Crichton&#8217;sche Qualit\u00e4t wie seinen vergangenen H\u00f6hepunkt mit seinem &#8222;Schwarm&#8220;. 2 lange N\u00e4chte, dann kann man wieder Bessres lesen. <\/em><em>Sch\u00e4tzing <\/em><em>reicht <\/em><em> eine Leseliste nach. <\/em><em>Auf da\u00df die diversen Gedanken \u00fcber dem Plot und dem ausschweifenden Stil nicht vergessen werden.<\/em><em> Am besten lese man jedoch, was er nicht anf\u00fchrt, <\/em><em> ich parallel dazu las: <\/em><em>von Fukuyamas <\/em><em>Ende des Menschen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Francis Fukuyama, Das Ende des Menschen<br \/>\n<\/strong><em>Unglaublich spannendes Sachbuch \u00fcber die Menschenw\u00fcrde. Wie wir denken. Wie die M\u00f6glichkeiten der Medizin unser Urteilen ver\u00e4ndern.<\/em><\/p>\n<p><strong>Henning Mankell, Tiefe<br \/>\n<\/strong><em>Hat mich ersch\u00fcttert. Hat tagelang nachgehallt und nicht nur gut.<br \/>\nLesenswert. Charakterstudie. Beste \u00dcbersetzung. Mankell mal wieder besser in seinen Romanen als in seinen Krimis. Stilistisch sowieso. \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 anklicken:<br \/>\ndie <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/nirgends-eine-heile-figur.700.de.html?dram:article_id=82248\">Rezension im DLF<\/a><\/em><\/p>\n<p><strong>David Schnarch, Intimit\u00e4t und Verlangen<\/strong><em><br \/>\nGut, weil amerikanisch, geschrieben. Einsichtig. Mir nix Neues, aber Vieles deutlicher gemacht. Gute Fallbeispiele.<\/em><\/p>\n<p><strong>David Finck, Das Versteck<\/strong><em><br \/>\nDas erste Buch \u00fcberhaupt, das jemals ich las und dann nicht verstand. Oder der Protagonist ist schizophren. Dann ist alles klar. Aber ist das nicht zu einfach? Lesenswert.<\/em><\/p>\n<p><strong>Donald E. Morton, Vladimir Nabokov<\/strong><em><br \/>\n<\/em><em>typische rorororo-Biographie, die wieder mal mit ihren SW-Photos besticht. Die dem Leser wieder begegnen in der Autobiographie &#8222;Sprich, Erinnerung, sprich&#8220;.<\/em><\/p>\n<p><strong>Vladimir Nabokov, Pnin<\/strong><br \/>\n<em>O wie gut er die Diaspora kennt. Nabokov, ein Stilist, bester Beobachter, Genie. Schade, ich wette, au\u00dfer Slawisten liest ihn heute niemand mehr. Welch ein Verlust. <\/em><em>Und der Lake Otsi<\/em><em>go tritt auf, Nathaniel &#8222;Natty&#8220; Bumppos See. Im Buch, einer Taschenbucherstausgabe, finde ich 700 frischgedruckt duftende Sloty.<\/em><\/p>\n<p><strong>Andrew Simpson, Dieselmotoren<\/strong><br \/>\n<em>ja, hab ich schon gelest, will eben lernen, was ein Dieselmotor ist. Schon spannend, diese Objekte der Technik, so (wesens-?) fremd sie mir sind.<\/em><\/p>\n<p><strong>Cursusboek Klein Vaarbewijs I + II<\/strong><em><br \/>\nMan kann nie genug Grundlagenwissen wieder heraufholen.<\/em><\/p>\n<p><strong>John Grisham, The Brethren<\/strong><em><br \/>\nn Krimi, n typscher Grisham, nit at his bescht, aber doch lesbar, guet zem Abschalde unzum nochts dr\u00fcwer iischloofe<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es kann ja nicht nur gesegelt werden. Auch gelesen soll werden. Immer noochm Moddo, ma chaa nit alls l\u00e4se, aber versueche muschs (frei nach Jorge Amado) Taiphoon, Joseph Conrad man k\u00f6nnte sich allerdings graulen, l\u00e4se man es auf einem Segelboot w\u00e4hrend eines T\u00f6rns &#8230; Die gr\u00e4\u00dfliche Bescherung in der Via Merulana. 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