{"id":3988,"date":"2019-12-15T15:18:59","date_gmt":"2019-12-15T14:18:59","guid":{"rendered":"http:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/?p=3988"},"modified":"2020-10-08T09:54:50","modified_gmt":"2020-10-08T07:54:50","slug":"leseliste-herbst-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/leseliste-herbst-2019\/","title":{"rendered":"Leseliste Winter &#8217;19\/&#8217;20"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\">Liabi Blogfreindy un L\u00e4ser!, dmit Ihr alle wisset, was laufd vun siddim \u00c1aleege, gits doo aabe mini :<\/p>\n<h3 class=\"western\"><strong>L\u00e4\u00e4selischdi<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>George Steiner, Warum Denken traurig macht (2005) {Dix raisons (possible) \u00e0 la tristesse de pens\u00e9e}<\/strong><br \/>\n<em>(April 2020)<\/em><\/p>\n<p><strong>Henri J.M. Nouwen, Ich h\u00f6rte auf die Stille (1984)(amerik.: The Genesee Diary &#8211; Report from a Trappist<\/strong><strong> Monastery<\/strong><strong>, 1976)<\/strong><br \/>\n<em>Sieben Monate im Trappistenkloster. Schweigend. Arbeitend. Viele Einsichten sind mir durch einsames Segeln wohlbekannt. Durch meinen eignen Klosteraufenthalt bei den Benediktinern. Gedanken aus dem Text: &#8230; nichts ist sch\u00e4dlicher, als sich selbst zu f\u00fchren\/meinem Denken zu folgen, ohne um Rat zu fragen &#8230; Es geht nicht um Ziele, sondern um Tun &#8230; wir leben in Zeitzyklen, die sich durchkreuzen: so entsteht beim Segeln <\/em><em>&#8222;mein&#8220; Rhythmus im Gleichgewicht mit WasserWindNaturMirWellenBootHund &#8230; <\/em><em>und wird durch den Winterrhythmus durchkreuzt\/aufgehoben\/gest\u00f6rt. Im April wegen Regierungsdekreten nicht zum Boot zu d\u00fcrfen, hat offengelegt, wie essentiell das Segeln f\u00fcr mich ist. Viel mehr als ich ahnte. Es geht offenbar um mehr als um Segeln.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong>Hermes Trismegistos cf., Liber XXIV philosophorum (3. Jhdt.n.Chr. cf.)<\/strong><br \/>\n<em>(<i>Sept. 2019) <\/i>&#8220; &#8230; QUID EST DEUS? &#8230; DEUS EST SPHAERA INFINITA CUIUS CENTRUM EST UBIQUE, CIRCUMFERENTIA NUSQUAM&#8220;. &#8211; Unsere Neuzeit hatte sich fr\u00fch angek\u00fcndigt &#8211; oder: hinterm Mond waren die Alten nicht. Eventvell wieder &#8222;Il nome della rosa&#8220; lesen.<br \/>\nIn dieser Art, Unendlichkeit zu sehen, liegt nach Sloterdijk der Untergang der Theologie begr\u00fcndet. Das Mittelalter trug die Keime der Aufkl\u00e4rung in sich. Finster war das Mittelalter eher in seiner Ahnung des gar nicht mehr festen Grundes, auf dem wir stehen w\u00fcrden.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>Manuscript &#8211; Vat.lat.2984 \/ Biblioteca Apostolica Vaticana, ex (16.12.2019): https:\/\/digi.vatlib.it\/mss\/detail\/Vat.lat.2984. Und: in der beckschen reihe zweisprachig, \u00fcbersetzt und kommentiert, von Kurt Flasch (2011)<\/em><\/p>\n<p><strong>Fran\u00e7ois Mauriac, Les Anges Noir (1936)<\/strong><br \/>\n<em>(11.4.2020) &#8222;Die S\u00f6hne b\u00fc\u00dfen f\u00fcr die V\u00e4ter&#8230;&#8220; &#8230; &#8222;Gott lieben. Eine Gem\u00fctsbewegung f\u00fcr eine Wesenheit?&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong>Fran\u00e7ois Mauriac, Le D\u00e9mon de la Connaisance (1928)<\/strong><br \/>\n<em>(9.4.2020)<\/em><\/p>\n<p><strong>Fran\u00e7ois Mauriac, Galigai (1952)<\/strong><br \/>\n<em>(13.4.2020) Leonora Dori Galiga\u00ef, 1617: \u201eMon charme fut celui des \u00e2mes fortes sur les esprits faibles.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Georgia, serif;\">Fran<\/span><span style=\"font-family: Georgia, serif;\">\u00e7<\/span>ois Mauriac, Un Adolescent d&#8217;autrefois (1969)<\/strong><br \/>\n<i><em>(Sept. 2019) <\/em>Manipulative M\u00fctter, eine Pest.<br \/>\n<em>In Deutschland unverst\u00e4ndlicherweise unter <\/em>&#8218;Der J\u00fcngling Alain&#8216;.<br \/>\n<\/i><\/p>\n<p><strong>Fran<span style=\"font-family: Georgia, serif;\">\u00e7<\/span>ois Mauriac, Th\u00e9<span style=\"font-family: Georgia, serif;\">r<\/span>\u00e8<span style=\"font-family: Georgia, serif;\">s<\/span>e Desqueyroux (1927)<\/strong><br \/>\n<em>&#8220; Dies war der Roman, der Mauriac den Nobelpreis f\u00fcr Literatur brachte. In Deutschland unverst\u00e4ndlicherweise unter &#8222;Die Tat der Th<span style=\"font-family: Georgia, serif;\">\u00e9<\/span>r<span style=\"font-family: Georgia, serif;\">\u00e8<\/span>se D.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong>Moritz von Uslar, Deutschboden. Eine teilnehmende Beobachtung (2010)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Yishai Sarid, Monster (2017)<\/strong><i><br \/>\n<\/i><\/p>\n<p><strong>Benno Pries, Erschossen im Morgengrauen.<br \/>\nVerhaftet. Gefoltert. Verurteilt. Erschossen. &#8222;Werwolf&#8220;-Schicksale mitteldeutscher Jugendlicher <\/strong><strong>(1999)<\/strong><\/p>\n<p><strong>George Orwell, \u00dcber Nationalismus (1945)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Juli Zeh, Unter Leuten (2016)<\/strong><br \/>\n<em>13.1.2020: Do m\u00f6cht ich doch numme nidde ufs Land z\u00fcgele. Vorz\u00fcglicher Plot. K\u00f6stliches Zeitdokument, das einem bald im Halse stecken bleibt.<br \/>\nNicht allein das Umschlagphoto der Artistin erinnert an D\u00f6rte Hansen. Nur sind die Probleme im Osten ungleich unl\u00f6sbarer. Ein brandenburgisches Dorf. Nach dem Trauma des 3. Reiches. Nach dem Trauma der Volksdiktatur. Nach dem Trauma der feindlichen \u00dcbernahme. Zwischen diesen Mahlsteinen versuchen Exwestberliner gl\u00fcckliches Landleben. Prosit.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>Peter Ax, Systematik in der Biologie (1988)<\/strong><br \/>\n<em>5.1.2020: Lekture, nachdem ich h\u00f6re, Leipziger Wissenschaftler h\u00e4ben festgestellt, die Rassen des Menschen seien keine Rassen. Der Homo sapiens sei 1 Art. F\u00fcr mich keine Erw\u00e4gung. Lieber bleibe ich Naturwissenschaftler, das macht die Welt interessanter.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>Ich hatte zu Ende meiner Diss dem Rektor zu beeiden, meine Wissenschaft nie der Politik unterzuordnen. Dabei bleibt es.<br \/>\nGeschichte jenes Eides: Nachdem die freiburger Universit\u00e4t von ihrem Rektor Heidegger &#8211; ja, unser ber\u00fchmter Philosoph war strammer Na(rr)zisst &#8211; judenfrei gemeldet wurde und nach Jahren &#8222;Deutscher Biologie&#8220; wurde nach dem WK II dieser Eid in Freiburg eingef\u00fchrt &#8211; f\u00fcr Dissertanten obligat.<\/em><\/p>\n<p><strong>Arno Gruen, Dem Leben entfremdet (2013)<\/strong><br \/>\n<em>(M\u00e4rz 2020, von Sibylle aus ihrer Offenburger Bibliothek mitgebracht)<br \/>\nWie wir bereits als Kleinkinder die Empathie f\u00fcr uns und die Welt verloren. Wie unser <\/em><em>Denken zunehmend <\/em><em>a<\/em><em>bstrakt wurde und wir au\u00dfer uns und der Welt stehen. Und so uns und die Welt zers\u00f6ren. Was uns unf\u00e4hig macht, die gro\u00dfen komplexen Probleme der Welt zu l\u00f6sen. Die wir jeden Tag neu veschlimmern.<br \/>\n<\/em><em>N<\/em><em>icht allein Naturwissenschaftler sind davon betroffen. Unser aufgekl\u00e4rtes Leben <\/em><em>bringt d<\/em><em>as <\/em><em>mit sich. Abstraktes Bewu\u00dftsein entfremdet uns der Welt. Selbstzerst\u00f6rerisch.<br \/>\n&#8230; Der Verlust des Mitgef\u00fchls &#8230; Der Faschist in uns &#8230; einer Ideologie anh\u00e4ngen hei\u00dft, sich Macht unterwerfen.<br \/>\n&#8230; Am Anfang stehen Hilflosigkeit und Verachtung des Kindes &#8230; das dann sein Heil sucht in Leistung, Wettbewerb, Profit, Verachtung anderer.<br \/>\nEine demokratische Perspektive ist nicht denkbar ohne Kooperation, Solidarit\u00e4t, gegenseitige Anerkennung, Empathie &#8230;<br \/>\nWo beginnt der Weg zu Empathie? Bei den Kindern. Da mu\u00df ich an meine &#8222;gl\u00fcckliche&#8220; Kindheit denken. Zum Heulen das.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>Christiane Zehl Romero, Simone de Beauvoir (1978)<\/strong><br \/>\n<em>(15.1.2020) Schade, da\u00df es keine rororomonographien mehr gibt. Die hatten mich durch viele Lebensjahrzehnte begleitet. Dieses B\u00e4ndlein fordert mich auf, wieder die Memoiren der Tochter aus gutem Hause zu lesen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Juli Zeh, Leere Herzen (2017)<\/strong><br \/>\n<em>(6.1.2020) Gelungener Plot, bester Humor. Sci-Fi-Krimi. Doch Literatur.<\/em><\/p>\n<p><strong>Eug\u00e8ne Ioneso, Le Solitaire (1973)<\/strong><br \/>\n<em>(1.1.2020) Kein Innerer Monolog wie bei Leutnant Gustl. Doch nah dran. Und wie beim Lesen von Krankheitssymptomen (Pschyrembel) bekomme ich das Gef\u00fchl &#8222;kenn ich. Genauso. Aber jadoch&#8220;<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>Somerset Maugham, Auf Messers Schneide \/ The Razor&#8217;s Edge (1944)<\/strong><br \/>\n<em>(5.1.2020) &#8222;La coeur a ses raisons que la raison ne comprend pas\/ignore\/conna\u00eet point.&#8220; &#8211;\u00a0 Ein Leben nicht dem Geldverdienen widmen, sondern den Bed\u00fcrfnissen gem\u00e4\u00df? &#8211; oder einem Geldberuf folgen, auf das Materielle setzen. Jedes ist Leben auf Messers Schneide. Jedes kann den Untergang bedeuten.<\/em><\/p>\n<p><strong>Geipel, Umk\u00e4mpfte Zone (2019)<\/strong><br \/>\n<em>(25.12.2019) Noch kein Sachbuch hatte diese literarische Sprache. Bin begeistert. Und keines hat mich sosehr in die Realit\u00e4t geschubst: Die Probleme der Ostdeutschen sind komplexer als BRD-ler ahnt. Wie aber die Traumata zweier Diktaturen und nachfolgende Feindlicher \u00dcbernahme verarbeiten? So viel kommt da zusammen. Von au\u00dfen helfen geht wohl nicht. Da m\u00fcssen sich die Betroffenen selbst an den Haaren aus ihrem Sumpf ziehen. Ohne Hilfe von Besserwessis.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>Die Qualit\u00e4t des Buchs legt nah, Geld nicht weiter f\u00fcr einlullende mainstream-Bl\u00e4tter (Die Zeit, Der Spiegel) auszugeben. Besser f\u00fcr gute politische B\u00fccher. Die vorhersehbar reflexartigen Erregungen und wie gleichgeschalteten Argumentationslinien der Presse zu lesen (der b\u00f6se Iran, der b\u00f6se Putin, die b\u00f6se AfD, die nicht funktionierende GroKo) ist der Realit\u00e4t unangemessen.<\/em><br \/>\n<em> Danke Sibylle f\u00fcr das Buch!<\/em><\/p>\n<p><strong>Erling Kagge, Stille (2017)<\/strong><br \/>\n<em>(27.12.2019) Stille suchen. Stille erleben. Kagge spricht mir Segler aus der Seele.<br \/>\nDanke Wolfgang f\u00fcr das Buch!<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>Peter Sloterdijk, Du mu\u00dft Dein Leben \u00e4ndern. \u00dcber Anthropotechnik. (2009)<\/strong><br \/>\n<em>\u00dcberaus anregender Text. Lese die N\u00e4chte durch.<\/em><\/p>\n<p><strong>Oscar Wilde, Die Erz\u00e4hlungen und M\u00e4rchen (1888)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Janwillem van de Wetering, Inspector Saito\u00b4s Small Sartori (1986)<\/strong><br \/>\n<em>Kleine Kunstwerkle.<\/em><\/p>\n<p><strong>Georges Simenon, Maigret et le client du samedi (1962) {dt. Der Samstagsklient}<\/strong><\/p>\n<p><strong>Georges Simenon, Chez Krull (1939), {dt. dummerweise Der fremde Vetter}<\/strong><br \/>\n<em>(23.12.2019) Nicht allein literarisch bemerkenswert. Schon der Plot. &#8211; Keiner ist sicher. Nirgends. Nicht einmal in eigenem Haus. Immer gibt es Barbaren. Das ist im Exil nicht besser. Ob als Japaner oder Moslem in den USA. Oder die Juden in Galizien in Jenny Erpenbecks &#8218;Aller Tage Abend&#8216;. Oder wir selbst, wenn die Barbaren in Deutschland wieder ans Ruder kommen.<\/em><br \/>\n<em>Wieso in deutscher \u00dcbersetzung unter &#8222;Der fremde Vetter&#8220;?<\/em><\/p>\n<p><strong>Bundesamt f\u00fcr Seeschiffahrt und Hydrographie, Gezeitentafeln Europ\u00e4ische Gew\u00e4sser (2016)<\/strong><br \/>\n<i>(<em>19.12.2019)\u00a0 <\/em>Zur Vorbereitung auf Nordsee und Atlantik<\/i><i>. Mit hilfreichen Rechenbeispielen. Einsicht: Um aktuelle Tidenwerte der Anschlu\u00dforte zu bekommen, werde ich aus der Kurve der Bezugsorte die aktuelle und lokale Kurve interpolieren. Damit erreiche ich 90% Genauigkeit der Formelrechnerei. Diese gibt nur Scheingenauigkeit, denn die Verh\u00e4ltnisse vor Ort kennen keine Mathematik: Sedimentverschiebungen, Luftdruck, Winddruck.<br \/>\n<\/i><\/p>\n<p><strong>Winfried Krusekopf, Segeln in Gezeitengew\u00e4ssern (2017)<\/strong><br \/>\n<i>(<em>10.12.2019)\u00a0 <\/em>Zur Vorbereitung auf Nordsee und Atlantik<\/i><i>. Informativ, empfehlenswert .<\/i><\/p>\n<p><strong>Winfried Krusekopf, Segeln bei Dunkelheit (2010)<\/strong><br \/>\n<i>(<em>11.12.2019)\u00a0 <\/em>Zur Vorbereitung auf Nordsee und Atlantik<\/i><i>. Die Schrift<\/i><i> ist eine Erinnerung an den Segelkurs und den SKS-vorbereitenden Nachtt\u00f6rn. H\u00e4tts nicht ohnbedingt lesen mia\u00dfn.<\/i><\/p>\n<p><strong>Sebastian Haffner, Von Bismarck zu Hitler (1987)<\/strong><br \/>\n<i>(<em>Nov.2019) <\/em>Bemerkens<\/i><i> <\/i><i>wert, wie fragil ein Staat werden kann. Und dann kommt der Punkt, wo das \u00d6kosystem kippt. Sind wir wieder soweit? Man lese Haffner.<\/i><\/p>\n<p><strong>Sebastian Haffner, Zur Zeitgeschichte: 36 Essays (1982)<\/strong><br \/>\n<i>(Nov. 2019) Sechsunddrei\u00dfig Buchrezensionen, umgeschrieben zu Essays. Zugespitzt. Uneingeschr\u00e4nkt g<\/i><i>\u00fcltig auch 2019.<\/i><i> Was schreibt der Mann gut.<\/i><\/p>\n<p><strong>Simone de Beauvoir, Das Alter (1970)<\/strong><br \/>\n<em>(Nov. 2019)<\/em><i> Zur N<\/i><i>achbereitung auf mein Alter.<\/i><i><br \/>\n<\/i><i>&#8222;Das Alter ist &#8230; schwer zu bew\u00e4ltigen, weil wir es als etwas Fremdes&#8230;&#8220; betrachten. Sich jung zu f\u00fchlen, &#8222;&#8230; bedeutet, die komplexe Wahrheit des Alters zu verkennen.&#8220; &#8222;Einer d<\/i><i>er<\/i><i> hoffnungslosen Aspekte der Lage alter Menschen ist ihr Unverm\u00f6gen, sie zu ver\u00e4ndern.&#8220;<\/i><i> Die Alten sind \u00fcber das Land verstreut ohne jegliche Solidarit\u00e4t untereinander, ohne Druckmittel, weil sie keinerlei aktive Rolle im wirtschaftlichen Leben des Landes mehr spielen.&#8220;<\/i><\/p>\n<p><strong>Louis Begley, Schmidts Einsicht (2012)<\/strong><br \/>\n<i>(Sept<em>. 2019)<\/em><i> &#8211; <\/i>Sp\u00e4te Liebe. Das Leben mu\u00df nicht aufh\u00f6ren. F\u00fcr Einsicht ist es nie &#8230; etc.<\/i><i><br \/>\nGut geschrieben. Plot nicht schlecht.<\/i><i> Mu\u00df man nicht gelesen haben.<\/i><\/p>\n<p><strong>Gritzly, M\u00e4rchen und lustige Geschichten aus aller Welt f\u00fcr unsere j\u00fcngsten Leser (1960)<\/strong><br \/>\n<em>(Nov. 2019) &#8211; Im exlibris hei\u00dft es &#8220; Thomas Esche, Klasse IId, Offenburg\/Baden, Am Feuerbach 4&#8243;. Waren das Zeiten. Sabine Bode und Mitscherlichs hatte man noch nicht gelesen. Und hielt seine Kindheit f\u00fcr unbeschwert und gl\u00fccklich.<\/em><\/p>\n<p><strong>Otto Gmelin, Die Gralsburg, Feldpostausgabe des Paul List Verlag Leipzig<\/strong><br \/>\n<em>(<i>Sept. 2019:) &#8222;<\/i>BluBo&#8220; sagte meine Mutter zu solchen Erzeugnissen: <\/em><em>Blut-und-Boden-Literatur. <\/em><em>Was ein Kitsch!<\/em><\/p>\n<p><strong>Hans Graf von Lehndorff, Ostpreu\u00dfisches Tagebuch (1961)<\/strong><br \/>\n<i><em>(Sept. 2019) &#8220; <\/em>Exodus Ostpreu\u00dfen. <\/i><i>Meine eigene Mutter mitten in diesem <\/i><i>Schlimasl zu wissen erregt einiges Unwohlsein.<\/i><i> Die tiefe Gottgl\u00e4ubigkeit des Erz\u00e4hlers &#8211; gesteigert durch das Protestantische &#8211; tut dem Text selten Abbruch.<\/i><\/p>\n<p><strong>Thomas Gifford, Assassini (1990)<\/strong><br \/>\n<i><em>(Sept. 2019)\u00a0 <\/em>Vatikanthriller. Hochspannender Schund.<\/i><i> <\/i><\/p>\n<p><strong>Alois Prinz, Hannah Arendt oder Die Liebe zur Welt.<\/strong><br \/>\n<em>(<i>Sept. 2019) <\/i>&#8220; \u201eWas \u2026 die Todesfurcht lindert, ist \u2026 Erinnerung und Dankbarkeit.\u201c<\/em><br \/>\n<em>Werde \u201eThe Origins of Totalitarism\u201c lesen m\u00fcssen. Und Marx.<\/em><\/p>\n<p><strong>Walter Kappacher, Der Fliegenpalast<\/strong><br \/>\n<em>(<i>Sept. 2019) <\/i>&#8220; Alles h\u00e4nge daran, da\u00df wir den wahren Sinn der Worte neu bedenken \u2026<br \/>\nNein, keine Fliegenpein. Kappacher f\u00fchrt uns ganz nah an Hugo von Hoffmannsthal heran, an den Innern Monolog. Wo es erinnert, nahezu kontrovers argumentierend spricht, regellos zerstreut schw\u00e4tzt, doch ganz fein, nie wie Bramarbas. In Literatursprache des fin de si\u00e8cle.<br \/>\nH. br\u00e4uchte einen Vergil, der ihn f\u00fchre. Denn die Welt um H. hat sich ver\u00e4ndert \u2013 kaum mehr etwas in ihr erkennt er wieder. Ob ein\u00a0 Vergil h\u00fclfe (hilfe), wenn jahrelanges Segeln mit dem Leben der Anderen inkongruent macht. <\/em><\/p>\n<p><strong>Julian Barnes, Die einzige Geschichte (2018)<\/strong><br \/>\n<em>(<i>Sept. 2019) <\/i>&#8220; W\u00fcrdest Du lieber mehr lieben und daf\u00fcr mehr leiden oder weniger lieben und weniger leiden?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gustav Herling, Die Insel (1960)<\/strong><br \/>\n<em>(<i>Sept. 2019) <\/i>&#8220; Ein kazantzakoides Inseldrama \u2013 die Griechische Passion wieder lesen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Joseph Roth, Hiob (1930)<\/strong><br \/>\n<em>(<i>Sept. 2019) Wer das Leben in den Stetln judenromantisierend sieht &#8211; vor Jahrzehnten eine deutsche literarische Szene &#8211; hat dort nicht leben m\u00fcssen &#8230;\u00a0 <\/i>M<\/em><em>endel Singer mit Frau und Tochter herausgerissen aus dem Schtetl, verpflanzt nach Neuyork. Das Schtetl erinnert an Jenny Erpenbeck oder Canetti (Rustschuk). Gem\u00e4\u00df dem Alten Testament gibt es ein happy end. So vorhersehbar, da\u00df wir wissen: das echte Leben schenkt uns keine happy ends. War das im AT ein happy end? Kaum m\u00f6glich, den Roman zu lesen und auszublenden, was neun Jahre sp\u00e4ter den Schtetln geschah.<\/em><\/p>\n<p><strong>Joseph Roth, Hotel Savoy (1929)<\/strong><br \/>\n<em>(<i>Sept. 2019) <\/i>&#8220; Eine Grenzstadt. Aufl\u00f6sung des Menschlichen. Gewinnler, Gestrandete, sans-papiers.<\/em><\/p>\n<p><strong>Anthony Burgess, Jetzt ein Tiger (1956)<\/strong><br \/>\n<i><em>(Sept. 2019) &#8220; <\/em>Geliebtes hei\u00dffeuchtes S\u00fcdostasien. Liebe hei\u00dft, die Wurzeln zu verstehen, nicht nur an den Bl\u00fcten zu riechen. Nach dieser Lekt\u00fcre schmerzliches Sehnen zur\u00fcck nach S\u00fcdthailand.<\/i><\/p>\n<p><strong>Robert van Gulik, Halskette und Kalebasse (1967)<\/strong><br \/>\n<i><em>(Sept. 2019) &#8220; <\/em>Gulik at his best<\/i><\/p>\n<p><strong>Robert van Gulik, Merkw\u00fcrdige Kriminalf\u00e4lle des Richters Di (1960)<\/strong><br \/>\nund<br \/>\n<strong>Robert van Gulik, Wunder in Pu-yang?<\/strong><br \/>\n<em>(<i>Sept. 2019) <\/i>&#8220; Spannend, lehrreich, literarisch uninteressant. Wennauch es einfach mal angenehm ist, einen Krimi zu lesen, der ohne moderne Umgangs- und ohne F\u00e4kalsprache auskommt.<\/em><\/p>\n<p><strong>Hansj\u00f6rg Schneider, Hunkeler macht Sachen<\/strong><br \/>\n<em>(<i>Sept. 2019) <\/i>&#8220; Guter Plot, grauenvoller Einblick in schweizerische Geschichte \u2013 die Schweizer sind mit Zigeunerkindern umgegangen wie die D\u00e4nen mit den Gr\u00f6nl\u00e4ndischen Eskimokindern. Und wir werden im Dreil\u00e4ndereck spazierengef\u00fchrt von den basler Quartieren bis zur Petite Camargue, weit ins Alsace \u2013 wie ich das alles kenne und liebe\u00a0 \u2026<\/em><\/p>\n<p><strong>Minette Waters, In Flammen<\/strong><br \/>\n<em>(<i>Sept. 2019)\u00a0<\/i><\/em> V<em>orverurteilung durch die B\u00f6sen, den Mob \u2013 Vorverurteilung durch die Guten. Eines so prek\u00e4r wie das andere. Guter Plot. Jeden-falls ziehe ich die Anonymit\u00e4t in der Stadt der nachbarlichen Belagerung der D\u00f6rfler vor. Je n\u00e4her die Nachbarn, desto gef\u00e4hrlicher\u00a0 \u2013 ganz wie im Waldorflehrerkollegium.<\/em><\/p>\n<p><strong>Minette Walters, Schlangenlinien<\/strong><br \/>\n<em>(<i>Sept. 2019) <\/i>Der gute Plot leidet unter langatmiger Schreibe.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\"><strong>David Hewson, Semana Santa (1996)<\/strong><br \/>\n<em>(M\u00e4rz 2020) Hewson, mein Jahrgang hat unter anderem auch &#8222;The Killing&#8220; geschrieben, was von D\u00e4nen und dann von Amerikanern jeweils ausgezeichnet verfilmt wurde. Semana Santa ist gut zum Spanischen B\u00fcrgerkrieg recherchiert, guter Plot, spannend. Keine hohe, doch mehr als akzeptabele Unterhaltungsliteratur.<\/em><\/p>\n<p><strong>Robert van Gulik, Tod im Roten Pavillon (1986 cf.)<\/strong><br \/>\n<i><em>(Sept. 2019) <\/em>Bestenfalls gut zum Vertreiben von Zeit.<\/i><\/p>\n<p><strong>Lee Child, Outlaw (2008)<\/strong><br \/>\n<i><em>(Sept. 2019)\u00a0 <\/em>Literarisch wertlos. <\/i><em>Plot spannend, glaubw\u00fcrdig. Der Held unwahrscheinlich<\/em><em> &#8211; solche M\u00e4nner gibts nicht -oder?<\/em><em>.<\/em><\/p>\n<p><strong>Michael Robotham, The Suspect (2004)<\/strong><br \/>\n<em>(<i>Sept. 2019)\u00a0<\/i> Plot hochspannend. Literarisch wertlos.<br \/>\nIn Deutschland unverst\u00e4ndlicherweise unter &#8218;<\/em>Adrenalin&#8216;?<\/p>\n<p><strong>Minette Walters, Das Echo (1997)<\/strong><br \/>\n<i><em>(Sept. 2019)\u00a0 <\/em>Bestenfalls gut Vertreiben von Zeit. <\/i><em>Plot spannend, aber zu poirotverwickelt-unwahrscheinlich.<\/em><\/p>\n<p><strong>Charlotte Link, Das andere Kind (2009)<\/strong><br \/>\n<em>(April 2020) Spannendster Zeitvertreib. Mu\u00dfte &#8222;durchlesen&#8220;. Plot erstklassisch. Historisch und psychologisch spannend, gut recherchiert. Literarisch belanglos.<\/em><\/p>\n<p><strong>Harry Bingham: \u201eFiona \u2013 Wo die Toten leben\u201c (2019)<br \/>\n<\/strong><em>Der Autor baut da eine ungew\u00f6hnliche Protagonistin auf<\/em><strong>.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<div id=\"kpm-root\" class=\"kpm_LTR notranslate\" translate=\"no\"><strong>\u00a0Carol O&#8217;Connell, Blind Sight (2016)<\/strong><\/div>\n<div id=\"kpm-root\" class=\"kpm_LTR notranslate\" translate=\"no\"><\/div>\n<div id=\"kpm-root\" class=\"kpm_LTR notranslate\" translate=\"no\"><\/div>\n<div id=\"kpm-root\" class=\"kpm_LTR notranslate\" translate=\"no\"><\/div>\n<div id=\"kpm-root\" class=\"kpm_LTR notranslate\" translate=\"no\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liabi Blogfreindy un L\u00e4ser!, dmit Ihr alle wisset, was laufd vun siddim \u00c1aleege, gits doo aabe mini : L\u00e4\u00e4selischdi &nbsp; George Steiner, Warum Denken traurig macht (2005) {Dix raisons (possible) \u00e0 la tristesse de pens\u00e9e} (April 2020) Henri J.M. Nouwen, Ich h\u00f6rte auf die Stille (1984)(amerik.: The Genesee Diary &#8211; Report from a Trappist Monastery, &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/leseliste-herbst-2019\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eLeseliste Winter &#8217;19\/&#8217;20\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"image","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3988","post","type-post","status-publish","format-image","hentry","category-allgemein","post_format-post-format-image"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3988","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3988"}],"version-history":[{"count":55,"href":"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3988\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4207,"href":"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3988\/revisions\/4207"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3988"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3988"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/thomasesche.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3988"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}